Der Steinbruchplan wurde bereits 1985 unter Bürgermeister Peter Folkerts angegangen, 1988 dem Landratsamt vorgelegt, erschien schließlich im Regionalplan - und in Brunnadern wusste niemand etwas davon. Selbst der zuständige Revierleiter war nicht über die Probebohrungen in seinem Forstbezirk informiert. Und die ahnungslosen Brunnaderner dachten dabei an Waldwege-Baumaßnahmen.

Erst bei der Bürgerversammlung 1993 wurde offen zugegeben, was im Vorjahr bei der Bürgermeisterwahl angedeutet worden war: Die Stadt plante gegenüber vom Ort einen Steinbruch und bemühte sich bereits um eine Genehmigung.
Damit hatte "der Stadtchef in Brunnadern eine Lawine des Protests losgetreten" (BZ v. 30.10.93): eine Unmenge von Diskussionen und Zeitungsanzeigen, Flugblättern und Briefen, Transparenten und Nein-Stein-Aktionen, Unterschriftensammlungen und Demonstrationen. Über Zeitung, Rundfunk und Fernsehen wurde der Bonndorfer Steinbruchstreit weithin bekannt.

Brunnadern darf nie zu 'Bruchadern' werden! Transparent an einem Brunnaderner Wohnhaus

Ermutigt durch die Solidarität und Unterstützung aus Bonndorf und der Raumschaft ließen die Brunnaderner nichts unversucht, um den unsäglichen Steinbruch zu verhindern!

- Gründung der Interessengemein-
schaft Bürgerwehr Brunnadern
(
30.11.95); Vorsitzender: Egon Jehle.

- Flugblattaktionen in Bonndorf, Wellendingen, mehreren Stühlinger Stadtteilen und in Waldshut.

- Briefe an Bürgermeister, Stadträte, und Landrat, an Abgeordnete im Kreistag, Landtag und Bundestag, Briefe an Ministerien, Naturschutz- verband, Schwarzwaldverein...

- 3 Petitionen an den Petitionsausschuss des Landtags Baden-Württemberg (1996 u. 2005).
- Nein-Steine an Bürgermeister, Stadträte und Landrat (1996).
- Nein-Stein-Setzen vor dem Rathaus Bonndorf (05.01.96).

- Unterschriftensammlung (121 Listen mit ca. 1400 Unterschriften) gegen den Steinbruch und für ein Bürgerbegehren (02.1996).

- Zahlreiche Eingaben: Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege, Landratsamt Waldshut; Regionalverband Hochrhein-Bodensee, Ministerpräsident u. a. m.

- Demonstrationszug durch Bonndorf, angeführt von Altbürgermeister Richard Preißer (27.01.96).

- Der Bonndorfer Steinbruch-Rap
Protestlied gegen die Zerstörung
des Brunnaderner Tals (30.10. 2000)

- Demonstrationszug durch die Kreisstadt Waldshut (13.01.96).

Einsprüche gegen die Steinbruchplanung im Offenlegungsverfahren (02.2003). 

- Eisklotz vor der Rathaustüre in Bonndorf (Jahrestag des Steinbruchdiktats - 05.02.97).

- Brunnadern legt Einspruch gegen die Steinbruchgenehmigung beim Regierungspräsidium ein (19.01.2006).

- Gründung des Vereins zum Schutz des Brunnaderner Tals
e. V.
(28.02.97). 
Vorsitzender: Rolf Burger.
- Brunnadern klagt beim Verwaltungsgericht Freiburg gegen die Steinbruchgenehmigung
( 03.08.2006).
- Gemeinsame Stellungnahme der Brunnaderner zum Natura-2000-Verfahren (12.06.2000) - Antrag auf ein Berufungsverfahren gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes (07.02.2008). 

"Der Steinbruch in Brunnadern läßt weiterhin einen tiefen Graben zwischen den Dorfbewohnern und der Stadt klaffen" (SK v. 20.01.99). - Leider, durch das Bonndorfer Steinbruchdiktat und die dadurch ausgelösten Auseinandersetzungen ist der Gemeindefrieden gestört und wird es, wenn der Steinbruch doch einmal realisiert würde, auf Jahrzehnte sein.
Wie viel hätten wir mit der gleichen Energie für Brunnadern und die Gemeinschaft mit Bonndorf leisten können, wenn Bürgermeister und Stadträte uns nicht diesen Steinbruch vor den Haustüren aufzwingen wollten! Doch ihre Politik über die Köpfe hinweg und gegen die Bürger im Stadtteil Brunnadern zwingt uns zum
Widerstand:

Transparent über der Dorfstraße von Brunnadern