Das "Ornewibli"

Im "Ornewald" kreuzt die Gemarkungsgrenze zwischen Dillendorf und Brunnadern die Ortsverbindungsstraße, weiter oben im Wald auch den "Kirchweg", einen Fußpfad, welchen die Brunnaderner früher benutzten, um auf dem schnellsten Weg zum Gottesdienst nach Dillendorf zu kommen. In diesem Waldbereich spukt das "Ornewibli".

Zuerst das Gute: Kirchgängern, welche ein besonders herzlich gemeintes Opfer in den Klingelbeutel gaben, soll das "Ornewibli" die Summe auf dem Heimweg heimlich wieder zugesteckt haben. 
Und jetzt das Böse: Das Weibsbild lockt Kinder und Fußgänger vom Weg ab, lässt Zugtiere scheuen, setzt sich beim Wagen hinten auf die "Langwid", besonders aber plagt es nächtliche Heimkehrer. Sie atmen auf, wenn sie eines der beiden Wegkreuze erreicht haben, bei welchen sein Machtbereich endet.
 

Das "Ornewibli"

Der "Hausdrache"





Man vermutet, dass Ehefrauen ihren Männern gelegentlich auflauerten, wenn sie vom Nachbarort heimschwankten, dass sie ihnen mit einem Dornenzweig übers Gesicht fuhren oder mit einem Knüppel auf sie einschlugen, um ihnen die Zecherei auszutreiben. Das habe dann den Erzählungen Stoff geliefert.

(nach Gottfried Eichkorn,  Brunnadern;  Otto Gantert,  Dillendorf)

zurück