Gans auf dem  Brunnaderner "Fansethäs"

Brunnaderner Fasnetfigur Gänse
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Der Brauch, die Brunnaderner als "Gänse" zu necken, soll auf ein Vorkommnis aus der Zeit um 1820/30 zurückgehen:

Damals war Brunnadern kirchlich geteilt. Die Einwohner "ob der Gass" gehörten zu Dillendorf, die "unter der Gass" wurden vom Schwaninger Pfarrherrn betreut. Mit diesem Geistlichen, Pfarrer Bosinger, hatte sich die Gemeinde heftig zerstritten, es gab einige unschöne Szenen, und schließlich verweigerten ihm die Brunnaderner die Zehntsteuern. Auf seine Beschwerde hin reiste der Amtmann von Bonndorf an mit seinem Schreiber, die Klage zu untersuchen. Er verband damit einen Rundgang durchs Dorf, und schließlich führten der Vogt und die drei "Geschworenen" die beiden Herren zum "Hirschen". Dort aber watschelte eine Schar Gänse. Diese fühlten sich durch die schwarzbefrackten Gestalten in ihrem Revier gestört und drangen böse fauchend auf sie ein. Die Brunnaderner Männer kümmerten sich wenig darum, die beiden Amtspersonen zögerten. Und da geschah es! Ein Gänserich griff den Amtmann an und zerrte ihn wütend am Rockschoß. Ein Gemeinderat scheuchte die Tiere in den Baumgarten zurück und der Vogt entschuldigte sich für den Vorfall, aber insgeheim waren die Gemeindeväter nicht wenig schadenfroh. Als der Schwaninger Pfarrer später davon erfuhr, soll er gesagt haben: "Ja, so sind die Brunnaderner, wie ihre Gänse: Sie schnattern und schwatzen viel, und wenn man ins Dorf kommt, dann strecken sie die Hälse lang und fauchen." Diese Bemerkung sprach sich herum, und die Brunnaderner hatten ihren Spottnamen weg - "Gänse".

(nach Gottfried Eichkorn, Brunnadern)

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