Landwirtschaft und Gewerbe
2. Gewerbe und Berufe
Heute arbeiten die Brunnaderner Auspendler meist in Bonndorfer oder Stühlinger Firmen. In der Vergangenheit bot das Dorf neben der Landwirtschaft Arbeit im Wald, im Gemeindedienst, im Handel, in Steinbrüchen und in einigen Handwerkszweigen. Im 19. Jh. treffen wir als wenigstens zeitweise selbständige Betriebe die Mühle, die Schmiede, einen Steinbruch, zwei Wirtschaften, davon eine mit Brauerei und Bäckerei, eine Holzhandlung sowie einen Spezerei- und Kolonialwarenladen. Daneben gab es Küfer, Maurer, Metzger, Nagelschmiede, Säger, Schindeldachdecker, Schneider, Schuster, Wagner, Weber, Zimmerleute und sogar einen Photographen. Immer wieder griff man nach Zuerwerben: Lohndrusch, "Schweizer- und Wälderheuet", Steinklopfen für die Wegbeschotterung, allerlei Heimarbeiten wie Korbflechten, Besenbinden, Schindelspalten, Strohschuh- und Spielzeugherstellung, Sticken, Stricken und Nähen.
Die Mühle
Die Müllerfamilie Mathä und Karoline Blattert - ca. 1913 Die Quellen im Dorf führten schon früh zum Bau einer Mühle. Erstmals erwähnt wird sie 1345. Sie war eine Erblehensmühle. Für Bau, Unterhalt und Wasserzuführung hatte der Müller zu sorgen. Der Dorfherr verlieh das Mahlrecht erblich gegen eine Zinsverpflichtung in Geld und Naturalien und sicherte die Einkünfte des Müllers, indem er die Bauern von Wittlekofen und Brunnadern zwang, hier mahlen zu lassen. - Von 1895 bis zum Abbruch 1966 gehörte sie der Müllerfamilie Blattert.   
Das Gasthaus zum Hirschen
Der Bäcker und Landwirt Johannes Durst wird 1795 als erster Hirschenwirt aktenkundig, weil er monatelang kein Bier zapfte, da ihm die Rothaus-Gebinde zu groß waren. Später, unter Josef Isele aus Wittlekofen, der das Gasthaus 1862 übernahm und eine eigene  Brauerei einrichtete, wurde der "Hirschen" zu einer weithin beliebten Gaststätte.
Das Wirtepaar Luise und Rupert Maier vor ihrem Gasthaus zum Hirschen (ca. 1925) Nach mehrfachem  Besitzerwechsel erwarb 1925 Rupert Maier den "Hirschen", den er nach einem Brand (1929) quer zur Straße neu erstellte und durch eine Kegelbahn erweiterte. Die Gaststätte, kurzfristig noch als "Playboybar" und "Brunnenklause" geführt, wurde 1974 geschlossen. Nach dem Brand von 1929 neu erbaut - der "Hirschen" 1939.
Das Gasthaus zum Sternen
In den 1870er Jahren gab Paul Jehle, ein gebürtiger Münchinger, die Mühle auf und begann mit einem Getränkeausschank - Beginn des Gasthauses zum Sternen. 1881 übernahm sein Schwiegervater Pirmin Gisinger die Weiterführung des Betriebes. Das Unglück wollte es, dass in diesem Anwesen der große Brand vom 1. August 1900 ausbrach. Im Folgejahr ließ Pirmin Gisinger den "Sternen" neu aufbauen, und 1902 erwarb die Witwe Luise Jehle das Schankrecht.
Das Gasthaus zum Sternen 1939 Seit 1957 wirteten Luise und Heinrich Jehle und hielten den "Sternen", in dessen Saal sich die Brunnaderner gerne zu Theater- und Liederabenden, Schul- und Gemeindefeiern trafen, bis 1976 als gastliche Stätte offen. Das Wirtepaar Luise und Heinrich Jehle bei einem Theaterabend (ca. 1970)
Das Gasthaus-Gebäude fiel 2008 einem Blitzschlag zum Opfer, so dass heute nichts mehr an das ehemalige Gasthaus zum Sternen erinnert.
Die Steinbrüche
Die Hänge des Brunnaderner Tales bestehen in Dorfhöhe teilweise aus Kalktuff. Dieses leicht sägbare, doch feste Gestein benutzte man nicht nur im Dorf als Baumaterial. Zum Neubau des Klosters St. Blasien 1728 - 1747 wurden größere Mengen abgeführt. In neuerer Zeit verarbeitete man den Tuff auch zu Formsteinen. Seit 1959  sind diese Brüche geschlossen.
Steinbrucharbeiter (ca. 1925) Beim Talausgang und an der Bundesstraße gewann man bis zum 2. Weltkrieg Porphyr und zerschlug ihn in Handarbeit zu Schotter für Bahndämme und Straßen. Die Gemeinde verpachtete die Brüche, z. B. 1933 an das Zement- und Kalkwerk Weizen. Die Brunnaderner waren in jener armen Zeit für diese Arbeitsplätze dankbar. Die kleinen Abbaustellen an der B 315 sind heute kaum noch erkennbar.
Mit Recht wehren sich die Brunnaderner Bürger jedoch gegen die maßlosen Steinbruchpläne der Stadt Bonndorf, welche dem Dorf gegenüber einen rd. 8 ha großen Krater vorsehen, wobei an einem Tag mehr Gestein weggesprengt wird, als einst in einem ganzen Jahr gebrochen wurde.