Herrschaftliche Vögte
 
Das Vogtrecht lag bei den Dorfherren, in deren Auftrag ein Untervogt amtete. Später setzte man Ortsansässige als Vögte ein und übertrug ihnen Rechts- und Verwaltungsfunktionen.
Zu ihrer Unterstützung wurden zwei ältere, zuverlässige und in der Regel wohlhabende Bauern zu Geschworenen ernannt. Sie wirkten mit bei dörflichen Gerichtsfällen, wussten über altüberlieferte Regelungen Bescheid und bezeugten bei "Untergängen" (Grenzfestlegungen). 
Rechte und Pflichten
Die Stellung eines Vogtes war nicht leicht: Einerseits war er ein geachteter, meist selbstbewusster, reicher Bauer oder Müller, er war fronfrei, gab keinen "Rauch-Haber" und kein "Fasnacht-Huhn", nutzte teilweise die Vogtwiese, unterstützte die Einwohner in Kauf- und Pfandangelegenheiten als "Fürsprechen", verwaltete Waisenbesitz, seine Aussage hatte Gewicht bei Streitfällen. 
Andererseits hatte er die Unzufriedenheit der Einwohner als Bittsteller der Herrschaft vorzutragen. Er musste für ordnungsgemäße Zehnt- und Zinslieferungen sorgen, die Todfallabgabe ("Fahl") schätzen und einziehen, öffentliche Anlagen herrichten lassen, den Flurzwang, Weg- und Wässerungsrechte durchsetzen, die Frondienste regeln, Streit schlichten, das religiöse und sittliche Leben der Einwohner überwachen, Verstöße ahnden und größere Streitfälle weitermelden.
Frevel und Strafsachen
Damit Vögte und Geschworene "fleißig und ernstliche Inquisition halten möchten", erhielten sie ein Viertel der Bußgelder, welche beim "Rüg-, Frevel- und Jahrgericht" verhängt wurden. 
Bestraft wurden nicht nur Diebstähle, Sachbeschädigungen, Jagd- und Forstfrevel, Schlägereien, Grenzverletzungen, Lohn- und Zechprellerei, Ehrschändungen und dergleichen, sondern auch unvorsichtiger Umgang mit offenem Licht, Viehkauf an "verschreiten Orten", Ehebruch, nächtliches Spielen und Tanzen, wildes Fluchen, Bruch des Fast- und Abstinenzgebotes, Sonntagsentheiligung, unpünktlicher oder versäumter Kirchenbesuch und abergläubisches Treiben.
Weil der Vogt all dem nachzuspüren hatte, war er selbst auch oft Angriffen und Verdächtigungen ausgesetzt. So warfen die Tagelöhner 1626 dem Vogt vor, er habe sich widerrechtlich ein Gemeindegrundstück mit öffentlicher Lehmgrube  angeeignet.
Vogteisiegel
Siegel der Obervogtei Bonndorf (1802) Wichtige Dokumente siegelte ein Kanzleibeamter der Herrschaft in Bonndorf.
In badischer Zeit erhielt auch die Vogtei Brunnadern ein Siegel. Der älteste bekannte Abdruck befindet sich auf dem Vollmachtsformular zur "Erb- und Landeshuldigung" von 1811.
Siegel der Vogtei Brunnadern (1829)
Vögte in Brunnadern
1555, 1567 Singer Laux (Lukas) 1753 Schwenninger Johannes
1578 Schwenninger Ulrich   Gäng Johann
1586, 1603 Attiker Ulrich 1770, 1792 Sibler Mathias
  Widmer Ambrosius 1792, 1795 Gäng Hans Georg
1626 Schwenninger Hans 1797 - 1799 Eichkorn Mathä
1659, 1680 Sibler Theus 1804 Granacher Johann
  Müller Joos 1811 Aichkorn Hs. Georg
(nach 1721) Sibler Johann 1821, 1822 Eichkorn Georg
  Götz Johann 1827, 1830 Eichkorn
(auf Grund undatierter Akten tw. mutmaßliche Reihenfolge)