Das Schulwesen
Erste Hinweise
Wann in Brunnadern erstmals Schulunterricht stattfand, ist nicht feststellbar. 1772 hatte Abt Martin den Reichischen Schulfonds Bonndorf gegründet, um die Grundausbildung und religiöse Erziehung der Jugend sowie die Schulmeisterbesoldung sicherzustellen, und ein Vermerk von 1780 besagt, dass die Herrschaft für den Schuldienst im Ort sorge.
Erst 1811 finden sich nähere Angaben: der Lehrer Kaspar Nußberger unterweise die 30 "Werktagsschüler" in einer gemieteten Schulstube nach "Blasianischer Methode" >>. Die Kinder würden im 7. Lebensjahr aufgenommen und mit 13 oder 14 Jahren nach einer Prüfung entlassen. Der Pfarrer und nach dessen Weisung der Lehrer unterrichteten auch die "Sonntagsschüler", doch "Industrieschule" habe man keine.
Schulhausbau
Nachfolger Nußbergers war der Lehrer Nikolaus Kuhn, verheiratet mit Katharina Maier aus Brunnadern. Er wirkte als erster im 1841 neu erbauten Schulhaus. Hierfür hatte die Gemeinde ein Ökonomiegebäude gekauft und an dessen Stelle das Schul- und Rathaus erbauen lassen, den Lebensverhältnissen der Lehrer entsprechend mit Lehrerwohnung, Scheune und Stall.
Unterrichtszeiten
Die Schüler waren damals in drei Klassen aufgeteilt. Im Winter hatten die 2. und 3. Klasse von 8 bis 10 Uhr ihre "Morgenschule"; von 12 bis 14 Uhr erschien die 2. Klasse wieder, diesmal zusammen mit der 1. Klasse - zum Mittagsunterricht, welcher nur samstags und donnerstags ausfiel, am Donnerstag zu Gunsten von drei Stunden "Industrieschule."
Im Sommerhalbjahr erschienen die 1. und 2. Klasse werktäglich von 7 bis 10 Uhr, die 3. Klasse hatte der Feldarbeit wegen nur am Dienstag und Freitag von 5 bis 7 Uhr Unterricht. Donnerstags war "Vakanz" - schließlich wollte der Lehrer auch einmal auf seinen Acker!
Entlohnung
Diesen Acker in der "Wanne", nebst zwei Wiesen und einem Garten hatte ihm die Gemeinde gestellt. Denn die Schulmeister wurden schlecht entlohnt (Lehrer Kuhn erhielt jährlich 145 fl., davon 10 fl. 50 Kr. für den Mesner- und Organistendienst) und betrieben nebenher auch eine kleine Landwirtschaft. Noch um die Jahrhundertwende hielt Hauptlehrer Gehring ein Schwein, 2 Geißen, 9 Hühner und 20 Bienenvölker >>.
Fortbildungsunterricht
Die Elementarfächer ergänzten der Fortbildungsunterricht  und die "Sonntagsschule" für die älteren Jugendlichen. Offenbar stand aber deren Sinn nach anderem, jedenfalls verbot ihnen der Bürgermeister bei Geldstrafe, Tanzveranstaltungen zu besuchen oder ihnen auch nur zuzusehen. Um 1838 wurde ein "Christenlehrpflichtiger" mit 20 Jahren entlassen; wenn er die öffentliche Prüfung in der Kirche nicht bestand, gar erst mit 24. Örtlicher Schulinspektor war der Pfarrer.
Schulhauserweiterung
Wegen der beengten Verhältnisse in der Lehrerwohnung, der schlechten Heizmöglichkeiten und Baufälligkeit des Dachstuhls ließ die Gemeinde das Schul- und Rathaus 1895/96 erweitern und gründlich sanieren
Ansicht Ostseite Querschnitt - Westteil Ostseite
Schulhausneubau
Dieses Gebäude fiel 1900 dem Dorfbrand zum Opfer. Bis das neue Schul- und Rathaus - ebenfalls vom Bonndorfer Bauinspektor Rudolf Isele entworfen - 1902 fertig war, pachtete die Gemeinde im "Hirschen" einen Raum, den die Stadt Bonndorf kostenlos leihweise mit Schulmöbeln ausstattete.
Schulhaus Schulstatistik 1910
Religions- und Handarbeitsunterricht
Um die Jahrhundertwende unterrichtete in den ersten Jahren jedes Dezenniums der Pfarrer von Dillendorf, in den letzten fünf der von Schwaningen. Zum Religions- und Fortbildungsunterricht mussten die Schüler oft nach Dillendorf. Für die Unterweisung in "Nadelarbeit" schloss die Gemeinde anfänglich einen Vertrag mit einer "Industrielehrerin", unterstütze dann aber die Ausbildung eines begabten Mädchens (Josefine Gantert verh. Brendle) und hatte so bis 1926 eine eigene Lehrkraft. In der Folge verlagerte sich dieser Unterricht ganz nach Dillendorf. Erst Frau Therese Glunk betreute ab 1958 den Handarbeitsunterricht wieder in Brunnadern.  
Schulfreundliche Gemeinde
Die Gemeinde förderte die Schule nach Kräften, sorgte für eine sinnvolle Ausstattung mit Lehr- und Lernmitteln, durch die Aufnahme von Pflegekindern sicherte man zeitweise die Mindestschülerzahl. Man brachte dem Lehrer vom Geschlachteten und Geernteten und hielt seine Wohnungsmiete niedrig, selbst den jährlichen Schulausflug bestritt die Gemeinde.
Die Grund- und Hauptschule Brunnadern wurde 1969 aufgelöst; die Unterklassen zog man nach Wellendingen, die Oberstufe nach Bonndorf ab.
In der schulfreundlichen Gemeinde in selbständiger Arbeit als Alleinlehrer mit selten über 30 Schülern das Dorf mitzuprägen, diese Möglichkeit bewog manchen Lehrer zu jahrelangem Bleiben.