Aus der Gemeindechronik
2. Bürger und Gemeinde
Unter schwierigen Startbedingungen trat die Gemeinde in den 1830er Jahren ihre Selbständigkeit an. Die eingetragenen Bürger - Frauen erst nach 1918 - erhielten das Recht, Bürgermeister und Gemeinderäte zu wählen und auf die dörflichen Belange Einfluss zu nehmen.
Wer das Bürgerrecht ererbt oder erkauft hatte, übernahm die Pflichten, aber auch die Heimatberechtigung. Jeder der 29 Nutzbürger erhielt jährlich 12 Ster Brennholz, 30 Prügelwellen und den Nießbrauch an 9 Ar Allmendfeld. Dieser "Bürgernutzen" wurde 1952 aufgehoben und mit 150 DM je Nutzbürger ausgelöst.
In den ersten Jahrzehnten löste die Gemeinde ihre Zins- und Fronlasten ab und kaufte den Herrschaftswald, man errichtete ein Rat- und Schulhaus, erweiterte das Armenhaus und baute die Ortsverbindungsstraßen aus. Nach 1880 - der Fruchtwechsel  verdrängte die Dreifelderwirtschaft mit ihrem Flurzwang - griff man den Wirtschaftswegebau an, modernisierte die Wasserversorgung und forstete die Hanglagen auf. Das Armenhaus beherbergte zeitweise drei Familien.
Einen Einblick in die Aufgabenvielfalt der Gemeinde gibt die Liste der Bediensteten: Ratschreiber (zugleich Grundbuchbeamter), Gemeinderechner und Polizeidiener oder "Bott", Hebamme und Totengräber, Nachtwächter, Wald- und Feldhüter, Brunnenmeister, Wegwart und Wildschadenschätzer, Steinsetzer, Farrenwärter und Pflegepersonal für Gemeindegebäude und Friedhof. Armenrat und Waisenrichter betreuten die Sozialfälle. Sie alle, ihre Amtsführung und die Gemeindegebäude überprüfte das Bezirksamt bei der Ortsbereisung, ja das ganze Erscheinungsbild der Gemeinde. Tüchtige Arbeit fand Anerkennung, beispielsweise wurde Bürgermeister Fridolin Amann 1889 für gute Arbeit belobigt, sein Rechner Sebastian Gantert erhielt die silberne Verdienstmedaille des Großherzogs. Gemarkungsplan 1880
Entscheidend für Brunnadern waren die Tatkraft der Bürgermeister und die langjährige Erfahrung der Ratschreiber und Grundbuchbeamten. Dazu kam in neuerer Zeit das gute Verhältnis zwischen der Gemeinde und den Beamten des Bezirks- bzw. Landratsamtes in Neustadt, weshalb man sich sehr für den Erhalt des 1973 aufgeteilten Landkreises Hochschwarzwald einsetzte.
 Das nach dem Dorfbrand 1900 neu erbaute Rat- und Schulhaus (Foto ca. 1906) Siegel um 1870 Siegel 1870 Siegel um 1900 Siegel 1899 Gemeindewappen Brunnadern (ab 1904)
Zug um Zug passte sich die Gemeinde den Erfordernissen der Zeit an. In den 1950/60er Jahren wurden Wasserversorgung und Wegenetz vollständig erneuert, alle öffentlichen Gebäude  saniert oder frisch erstellt,  das Stromnetz verkauft, auf Staatsbeförsterung umgestellt und 1969 eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Bonndorf abgeschlossen. Doch wie schon 1938, als Brunnadern nach Wellendingen eingemeindet werden sollte, wehrten sich die Bürger gegen den Verlust der gemeindlichen Selbständigkeit. Denn Brunnadern war keine Bedarfsgemeinde. Als die Gemeinde 1975 durch gesetzliche Regelung Bonndorfer Stadtteil wurde, verfügte sie über beachtliche  Rücklagen. Dies zeigt, dass die steigenden Verwaltungsanforderungen bis zuletzt zwar nebenher, aber mit Sachkenntnis und Erfolg bewältigt wurden.
Folgende Bürgermeister wirkten mit anfangs zwei, später sechs Gemeinderäten:
1830, 1832  Eichkorn
1833            Josef Eichkorn
1838, 1839  Blattert
1839-1842  Wendelin Brendle
1843-1845  Durst
1845-1851  Johann Gantert
1851-1863  Fridolin Schwenninger
1864-1870  Siegfried Morath
1870-1876   Schwenninger
1876-1894   Fridolin Amann
1895-1910   Heinrich Eichkorn
1910-1924   August Maier
1925-1935   Friedrich Eichkorn
1935-1945   Rupert Maier >>
1945-1957   Heinrich Burger >>
1957-1974   Richard Preißer >>
Siegel um 1960
Gemeindesiegel 1960