Die erste Erwähnung - 1065
Rund 400 Jahre nach seiner Begründung als alamannische Ausbausiedlung wird Brunnadern erstmals schriftlich genannt. Dabei bestätigte König Heinrich IV. am 08.06.1065 dem Kloster St. Blasien die von Kaiser Otto angewiesenen Besitzungen, neben dem Immunitätsbezirk auch den Besitz außerhalb liegender Güter, im Alpgau ein Hofgut in "Brunnaderon" und ein Drittel von Wangen.
Detail der Urkunde von 1065
Brunnaderns frühe Geschichtszeugnisse sind mit Schwaningen verbunden. Dort besaß das fränkische Königshaus Eigengut. Dabei handelte es sich wohl um den beschlagnahmten Besitz einer einflussreichen alamannischen Adelsfamilie. Denn im Zuge der Unterwerfung der Alamannen unter die fränkische Vormacht war beim "Blutgericht von Cannstatt" 746 fast die gesamte alamannische Führungsschicht hingerichtet und enteignet worden. Manche alamannische Adelige unserer Gegend, z. B. in Dillendorf, Lausheim, Ewattingen und Weizen, entgingen dem drohenden Besitzverlust, indem sie ihre Güter dem Kloster St. Gallen  schenkten und sie dann als Lehen zurückerhielten.
Wohl unter diesem fränkischen Einfluss wurde in Schwaningen die Kirche (Martinspatrozinium)  eingerichtet und wirtschaftlich gesichert. Zu diesem ersten kirchlichen Mittelpunkt in unserer Gegend gehörten Brunnadern und Wangen.
Ein königliches Gut in Schwaningen war laut Diplom des Kaisers Konrad I. von 912 dem Kloster St. Gallen übereignet worden. Eine ähnliche Schenkung an das Kloster St. Blasien könnten die Hube in Brunnadern und das Drittel von Wangen gewesen sein.
Da die Brunnadern betreffende Textstelle in der Urkunde von 1065 nicht eindeutig ist, kommt eine neuere Lesart zum Schluss, der Bischof von Basel habe die Güter in Brunnadern und Wangen dem Kloster St. Blasien übergeben.