Badische Zeitung

Veröffentlicht von Claudia Renk am Donnerstag, 10. Januar 2013.
Pläne für Steinbruch sind begraben
Die Firma TBW will nun in Brunnadern doch kein Gestein abbauen / Minderwertige Steine überdecken die begehrten.
BZ Foto: Claudia Renk
Gemeinsam klappen sie die Akte „Steinbruch Brunnadern" zu, wahrscheinlich für immer: Bürgermeister Michael Scharf, Jürgen Ruf, Geschäftsführer der TBW, und Brunnaderns Ortsvorsteher Oswald Rebmann. Foto: Claudia Renk
BONNDORF. Nicht nur ein Stein, sondern gleich ein ganzer Steinbruch, so stellte Brunnaderns Ortsvorsteher Oswald Rebmann lachend fest, sei ihm vom Herzen gefallen. Denn die Pläne für den Steinbruch im Ortsteil sind nun endgültig vom Tisch. In einer gemeinsamen Pressekonferenz erläuterten Bürgermeister Michael Scharf und Jürgen Ruf, Geschäftsführer der designierten Betreiberfirma Transportbetonwerke Hochschwarzwald (TBW), die Gründe.
Die jüngsten Probebohrungen, Ende 2011 im Auftrag der TBW von einer Fachfirma vorgenommen, beendeten letztendlich den rund 20 Jahre alten Plan, im Brunnaderner Tal Gestein abzubauen. "Die anderen Gutachten waren zu wenig aussagekräftig", begründet Jürgen Ruf die erneute Prüfung des Geländes. Und diese habe sich im Nachhinein als richtig erwiesen.
Neue Bohrungen zeigen ungünstige Bedingungen 
Über dem begehrten Ortho- und Paragneis und dem im Nordwesten des Geländes zu findenden Wellendinger Granit liegt laut der neuesten Gutachten eine bis zu 25 Metern dicke Schicht aus Buntsandstein. Den, so Ruf, könne man höchstens zum Auffüllen oder möglicherweise für Ziersteine verwenden, das sei aber finanziell nicht lukrativ. Und um an die anderen, sehr harten Gesteinssorten zu kommen, die sich gewinnbringend für den Straßen- oder Gleisbau vermarkten ließen, müsste der Buntsandstein zuerst abtransportiert und irgendwo gelagert werden, bis er nach dem Abbau des anderen Gesteins zurück in den Steinbruch gebracht werden könnte. Alleine, so Ruf, wollte TBW das Risiko, Millionen für den Steinbruch in die Hand zu nehmen, daher nicht eingehen und suchte nach Partnern oder Investoren.
Das wiederum vertrug sich nicht mit den Vorstellungen des Gemeinderates, wie Bürgermeister Michael Scharf erläutert. "Rohstoffe aus der Raumschaft für die Raumschaft" sei die Prämisse gewesen, unter der zwei Drittel der Ratsmitglieder den Steinbruchplänen zugestimmt hätten. Schließlich seien die Eigentümer von TBW viele Handwerker aus der Region. Einen Abtransport großer Mengen Gesteins in andere Regionen werde der Gemeinderat nicht dulden, habe er Jürgen Ruf im vergangenen Jahr mitgeteilt, so Scharf. Im Dezember habe daraufhin der achtköpfige, gewählte Beirat der TBW erneut getagt und sich gegen den Steinbruch in Brunnadern entschieden, erklärte Ruf.
Rund 200 000 Euro hat die TBW für Gutachten, Anträge und Anwälte ausgegeben. Noch einmal rund 150 000 Euro sind es bei der Stadt Bonndorf, die zuerst selbst die Genehmigung für den Steinbruch beim Landratsamt beantragt hatte. Diese war Ende 2005 auch zunächst ohne weiteres genehmigt worden. Doch die Bürger von Brunnadern hatten von Anfang an dagegen protestiert, so dass schließlich doch ein
Raumordnungsverfahren nötig geworden sei. Die Stadt habe die verlangten Unterlagen, wie beispielsweise eine genaue Planung des Gesteinsabbaus, nicht erstellen können, daher sei das Verfahren dann an die Firma TBW abgegeben worden, erläutert Bürgermeister Scharf.
Mit den Plänen für den Steinbruch endet auch der erbitterte Protest der Brunnaderner, der, wie Scharf und auch Ortsvorsteher Rebmann sagen, zum Teil unnötig emotional geführt worden sei. Scharf bedankte sich allerdings auf der gemeinsamen Pressekonferenz ausdrücklich bei Oswald Rebmann, der trotz völlig gegenteiliger Ansichten zum Thema immer fair mit ihm umgegangen sei. Gemeinsam schlossen die drei Männer symbolisch die Akte zum Thema Steinbruch.
"Ich werde sie auch nicht wieder aufmachen, außer, der Gemeinderat zwingt mich dazu", betonte Scharf abschließend.